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Erdige Töne als Markenzeichen

Auch für Thomas Klingenberg von der Hausverwaltung Immobilienagent Bielefeld hat die Farbgebung mit dem Image des Stadtteils zu tun – das aus seiner Sicht vor allem in der Wahrnehmung von außen gelitten habe: »Die Sennestädter selbst leben gerne hier«, ist er sich sicher. Die typisch Sennestädter Farben könnten daher bei der Profilierung des Bezirks helfen.

Klingenbergs Hausverwaltung vertritt 136 Wohnungseigentümer, die sich haben überzeugen lassen: Die Eigentümergemeinschaft Senne Nord I mit Häusern am Luheweg, an der Elbeallee und dem Ilmenauweg hat als erste das neu aufgelegte Farbkonzept übernommen. Bis Oktober sollen die drei Gebäude am Luheweg mit den Hausnummern 1und 3, 5 und 7 sowie 8 und 11 in erdigen Gelbtönen neu gestrichen sein, die anderen Häuser folgen in den kommenden Jahren. Dieser Schritt macht sich für die Eigentümer auch finanziell bezahlt. Weil die Maßnahme Modellcharakter habe, könne sie aus dem Fassadenprogramm gefördert werden, sagt Elena Wichert vom Bauamt. Rund 40 Prozent der Kosten übernimmt demnach die Stadt. Die Eigentümer freut’s. Um so mehr, weil sie sich bereits für das Farbkonzept entschieden hatten, als sie von der Fördermöglichkeit noch gar nichts wussten.

Auf der Grundlage von alten Fotos und einigen verbliebenen Anstrichen hat der Farbenhersteller Brillux eigens einen Farbfächer entwickelt, der die Sennestädter Farben darstellt. Herausgekommen sind etwa 40 verschiedene Farbtöne. Dabei konnten die Akteure auch auf den Architekten Peter Holst als Fachmann zurückgreifen, der unter Reichow am Aufbau Sennestadts mitgewirkt hatte. Holst erinnert sich an die Gründe, für das einheitliche Farbkonzept: Damals seien viele Baugesellschaften am Bau der Siedlung beteiligt gewesen. Die einheitlichen Farben sollten angesichts dieser Vielfalt eine Gemeinsamkeit betonen. »Und die Erdtöne passen gut in die Sennelandschaft«, sagt Holst und tritt zugleich der Vorstellung einer tristen Farbgestaltung entgegen. Den Kunstgriff schaffen demnach die weißen Balkone und Fensterumrandungen, so genannten Faschen, die die Erdtöne auffrischen.

Das Farbkonzept liegt in Sennestadt in den Händen von Sanierungsmanager Thorsten Försterling, der für Hauseigentümer Ansprechpartner für Fragen rund um die Gebäudesanierung ist, Fördermöglichkeiten aufzeigt und Ansprechpartner etwa zur energetischen Sanierung vermittelt – an deren Ende oft ein neuer Hausanstrich steht.

Zum Sennestädter Farbkonzept hat das Sanierungsmanagement eine Internetseite entwickelt, die in Kürze unter anderem die Farbpalette darstellen und Beispiele aufzeigen wird: www.sennestadt-farben.de

Quelle: www.westfalen-blatt.de 19.08.2015

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