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Anstrich in historischen Farben

Ursprünglich wollte die Eigentümergemeinschaft der Reihenhäuser an Elbeallee, Luhe- und Ilmenauweg nach der Dämmung zunächst drei ihrer Gebäude nur mit einem neuen Anstrich versehen. Über die Hausverwaltung hörten die Wohnungsbesitzer im Mai in ihrer Versammlung von den "Farben der Sennestadt". Und entschlossen sich sehr schnell für eine sandfarbene Kombination. "Was wir nicht wussten, war, dass wir so eine tolle Förderung bekommen würden", erzählt Beiratsmitglied Udo Hunkenschroeder. "Das ist das große Bonbon dazu."


136 Eigentümer umfasst die Gemeinschaft, die sich jährlich treffen und darüber entscheiden, in welche Häuser was investiert wird und wo modernisiert werden muss. Nach dem Beschluss der Gemeinschaft im Mai, die Häuser 1 und 3, 5 und 7 sowie 9 und 11 sennestadt-typisch zu streichen, stellte die Hausverwaltung einen Förderantrag ans städtische Bauamt - weil es sich um die erste Wohnanlage handelte, bei der das historische Farbkonzept wieder berücksichtigt wird. Das Bauamt fand im Fassadenprogramm des Stadtumbaus eine Fördermöglichkeit als Modellvorhaben, so dass der Antrag Anfang Juli bewilligt wurde. Nun trägt die Stadt 40 Prozent der Kosten. "Ende Juli wurde das Gerüst aufgebaut", erzählt Thomas Klingenberg von der Firma "Immobilienagent", die die Häuser verwaltet. "Das Konzept wird jetzt umgesetzt."

Sanierungsmanager Thorsten Försterling, der sich zusammen mit der Firma Brillux um die passgenauen Farbentwürfe gekümmert und die Vernetzung mit dem Stadtumbau Sennestadt hergestellt hatte, freut sich über diesen Erfolg: "Toll, dass die Eigentümer sich so entschieden haben. So hatten wir hier die Möglichkeit, den ersten Aufschlag zu setzen."

Architekt Peter Holst, der das Farbkonzept einst entwickelte, erläutert, wie wichtig die farbliche Gestaltung sei: "Stadtplanung besteht aus der Schaffung von Räumen, und die werden durch Farben erst lebendig gemacht - Häuser bekommen durch die Farbe ein Gesicht." Am sozialen Wohnungsbau der 50er und 60er Jahre, der die Sennestadt bis heute prägt, seien mehr als 50 Architekten und bis zu 15 Baugesellschaften beteiligt gewesen. Die einheitliche Farbgebung - Erdtöne, die untereinander und mit dem natürlichen Grün des Waldes harmonierten - und die weißen Fenster-Faschen hätten zusammen mit anderen Vorgaben zu einem geschlossenen Gesamtbild beigetragen. "Wir haben sogar die Farben der Haustüren festgelegt." Das habe damals schon zu Schwierigkeiten geführt, fügt er, verschmitzt lächelnd, hinzu. "Heute ist sowas gar nicht mehr denkbar."

Wer im Stadtbezirk wohne und ihn kenne, der schätze ihn auch, ergänzt Klingenberg. Menschen von außen aber hätten kaum einen Blick für das, was hier konzeptionell geschaffen wurde. Das typische Farbkonzept könne zu einer stärkeren Profilierung verhelfen, "einer Aufwertung auch für diejenigen die von außen draufgucken". Eine veränderte Wahrnehmung von Sennestadt scheint inzwischen begonnen zu haben. "Die Immobilienpreise steigen", hat Försterling festgestellt. "Wir merken, es geht aufwärts."

Ende September ist die passende Internetseite fertig (www.sennestadt-farben.de).

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